Leseherbst 2011

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Aktualisiert (Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 17:02 Uhr) Geschrieben von: U. Borchert-Kromer und U. Oehler Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 00:00 Uhr

Der Leseherbst 2011 ist eröffnet. Zwischen dem 04.10 und dem 11.10 fanden die ersten Autorenlesungen statt. Wolfgang Schorlaus Lesung aus seinem zwei Wochen zuvor erschienenen neuen Kriminalroman "Die letze Flucht" vor dem doppelten Abiturjahrgang und den Auszubildenden der Firma Wieland wurde angesichts der großen Zuhörerzahl in der Musikschule Ulm durchgeführt

Schorlau erklärte zunächst einmal, dass es in Deutschland eher ungewöhnlich sei, Kriminalfälle von einem privaten Ermittler lösen zu lassen, in den meisten Romanen und auch in Fernsehfilmen ermitteln Kriminalbeamte. Er habe deshalb seine Hauptfigur, Georg Dengler, so gestaltet, dass dieser ein ehemaliger Beamter des BKA ist, der nun nach dem Ausstieg aus der  Beamtenlaufbahn als Privatermittler tätig ist. Inzwischen hat Schorlau mit dieser Figur so viel Erfolg, dass Dengler nun schon zum sechsten Mal ermittelt. Eine genauere Besprechung der Lesung war in der Südwestpresse vom 05.10 zu lesen. Das besondere Kennzeichen an Schorlaus Romanen ist, dass sie immer einen starken Bezug zum aktuellen politschen und gesellschaftlichen Geschehen haben.

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Auch Lotte Kinskofer, die zwei Tage später für die Jahrgangsstufe 9 las, hat den Anspruch, aktuelle Probleme aufzugreifen und in ihre Jugendromane einzubringen. Sie las aus "Aufgeflogen", ihrem neusten Roman, in dem es um die Beziehung zwischen Christoph und Isabel geht, die ein etwas ungewöhnliches Paar sind, denn Isabel hat ein Geheimnis, sie hält sich wie ihre Mutter, mit der sie zusammenlebt, ohne gültige Papiere in Deutschland auf. Als nun in ihrem Umfeld jemand ermordet wird, braucht sie Christophs Hilfe. Die Autorin verstand es, spannende Stellen vorzulesen, ohne viel vorwegzunehmen. Im Anschluss daran erzählte  sie, wie sie beim Schreiben vorgehe und wie sie zum Schreiben von Jugendbüchern kam, da sie eigentlich hauptsächlich Drehbücher für das Fernsehen verfasse.

Am 11.10. schließlich besuchte die Autorin Karen-Susan Fessel unsere Schule, um für die 5. und 6. Jahrgangsstufe zu lesen. Sie hatte gleich einen ganzen Stapel von Büchern dabei, berichtete aber zunächst einmal davon, wie sie bereits mit fünf Jahren beschloss, entweder Schriftstellerin oder Sängerin zu werden. Dieser Wunsch ist sicher nichts Ungewöhnliches, aber sie meinte dann, dass man sehr großes Glück haben müsse, dass man, vorausgesetzt man sei  talentiert, dann auch wirklich Erfolg habe. Sie hat das Glück, denn sie kann inzwischen vom Schreiben leben. Sie gab dann Kostproben aus mehreren Romanen. Anschließend  beantwortete sie geduldig viele Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Insgesamt sind die diesjährigen Organisatorinnen, Frau Borchert-Kromer und Frau Oehler, sehr zufrieden mit der Resonanz auf diese drei Veranstaltungen. Mit Spannung erwarten sie nun  die drei weiteren Lesungen. Bücher von den Autorinnen und Autoren, die an unserer Schule zu Gast waren, können übrigens in der Schulbücherei ausgeliehen werden.

Nachlese

Nachdem der Leseherbst mit Wolfgang Schorlau und Lotte Kinskofer (siehe Bericht hier auf der Homepage) eröffnet wurde, folgte Christoph Kujawa, der vor der Jahrgangsstufe 1  Lieder aus der Romantik vortrug. Er machte mit den philosophischen Leitideen bekannt, die diese Literaturepoche ermöglicht und  vorbereitet haben. Der Vortrag wurde durch eigene Lyrikvertonungen ergänzt, in die Kujawa Texte aus der Hoch- und Spätromantik von Novalis, Brentano, Eichendorff und Heine einfließen ließ.

Jaromir Konecny, eigentlich promovierter Chemiker, ist auch Entertainer, erzählte Witze und moderne Legenden, die vor allem aus seinem Roman „Kumme Gurken“ stammen. Der 16-jährige Benn, die Hauptfigur, will damit die Mädchen in dem Mädcheninternat, in dem sein Vater gerade als Hausmeister zu arbeiten angefangen hat, beeindrucken. Bei der Gelegenheit gab Konecny gleich noch weitere Tipps, wie man als Junge bei Mädchen gut ankommen könne und sang ein Lied mit Gitarrenbegleitung vor und jonglierte mit Bällen.

Elke Reichart stellte ihr neues Buch „gute-freunde-boese-freunde leben im web“ vor. Sie lässt darin Teilnehmer von Facebook  und anderen sozialen Netzwerken  über ihre Erfahrungen im Web berichten und eröffnet so einen Blick auf die neue digitale Welt und die sich dadurch verändernden Beziehungen.

(Ursula Borchert-Kromer, Uta Oehler)